Informationen zu: Elbtreppenhäuser
Abriss von bezahlbarem Wohnraum trotz Denkmalschutz?
Stand: 12. Januar 2012
Elbtreppenhäuser - Foto: 21.10.2006
So sollte es werden - Foto: altona.info
Ohne den vehementen Einsatz der Mieter und vieler, vieler Unterschriften empörter Bürger, wären die Häuser heute abgerissen und durch eckige 0-8-15 Bauten ersetzt worden.
Der Kampf dauerte viele Jahre. Es wurde entmietet. Leerstand wurde nicht wieder vermietet. Der Vermieter sorgte bewusst für das Verschimmeln von Wohnungen - trotz Regenschadens wurden Türen und Fenster abgedichtet.
"Alle Häuser bleiben stehen. Die hinteren Häuser 15 ab und 13 werden denkmalsgerecht saniert und dann für ca 6,70 € vermietet. Die vorderen Häuser 5, 7/9 und 15 c werden frei finanziert und für 15 € netto kalt vermietet.
So haben wir uns das natürlich nicht gedacht. Unser Ziel war ja, in dieser Reihenfolge:
- kompletter Erhalt des historischen Ensembles
- geförderte Sanierung
- Neuvermietung zu erschwinglichen Preisen
- Rückkehrrecht für alle Bewohner
Wir Mieter haben Ersatzwohnungen in der Umgebung zu fairen Preisen angeboten bekommen und ziehen jetzt in den nächsten zwei Monaten aus.
Die Sanierung wird wohl mindestens 2 Jahre dauern. Danach ziehen die meisten wieder zurück."
Quelle: Ein Mieter und Aktivist der Mieterinitiative Elbtreppe - Januar 2012
Die Geschichte:
SOS - so war die Situation - Foto: 23.05.2010
Ca. 1740 - 1888 Bau der jetzigen Elbtreppenhäuser.
1994 Seit 1994 fordern wir Mieter die Sanierung der
Gebäude. Die SAGA verspricht stets baldige
Abhilfe. Nichts geschieht.
2000 Die Bürgerschaft beschließt – auch mit den
Stimmen von CDU und GAL – einen
Bebauungsplan für das Flurstück Elbtreppe.
Dabei stellt sie die Schutzwürdigkeit des
Ensembles Elbtreppe verbindlich fest:
„Die um 1850 erbaute „Heuburg“ bildet (…) ein
städtebaulich einzigartiges Ensemble ...“ „(...) die 'Heuburg' wird aus Gründen des Milieuschutzes
mit einem Erhaltungsgebot belegt.“
2001 Wir Mieter erfahren von den Abrissabsichten der SAGA. Wir gründen die Mieterinitiative Elbtreppe.
2005 Die SAGA präsentiert uns ihre Abriss- und
Neubaupläne. Die Nettokaltmiete in den Neubauten
soll circa 15 Euro pro m² betragen. Die
Mieterinitiative protestiert öffentlich und
erhält breite Zustimmung aus der Bevölkerung.
2006 Unterstützt von der Lawaetz Stiftung, entwickeln wir ein Konzept für den Erhalt des Ensembles.
Die SAGA, sowie CDU und GAL in Altona
lehnen es ab.
2008 CDU und GAL streben laut Koalitionsvertrag zur Bürgerschaft eine „mieterfreundliche Lösung“ an.
2009 Der unabhängige Denkmalschutzgutachter Dr. Geerd Dahms stellt die Denkmalschutzwürdigkeit des gesamten Ensembles fest. Das Denkmalschutzamt Hamburg erkennt nur zwei Häuser an – ausgerechnet die beiden die von den Abrissplänen der SAGA ohnehin nicht betroffen sind.
2010 Die Bezirksversammlung Altona befürwortet im
Februar einstimmig den Erhalt aller Elbtreppenhäuser.
Im August stellt die SAGA den Altonaer
Bezirkspolitikern neue Pläne vor: Abriss von vier
Häusern, Neubau von zwei Wohntürmen. CDU
und GAL stimmen weitestgehend zu. SPD, Linke und FDP sprechen sich für den Erhalt des gesamten Ensembles aus.
Die Mieterinitiative Elbtreppe startet eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Elbtreppenhäuser. Es werden in kürzester Zeit - bis zum 4.10.2010 - über 10.000 Unterschriften gesammelt.
2011 Alle Häuser bleiben stehen. Die hinteren Häuser 15 ab und 13 werden denkmalsgerecht saniert und dann für ca 6,70 € vermietet.
Die vorderen Häuser 5, 7/9 und 15 c werden frei finanziert und für 15 € netto kalt vermietet.
Quelle: Mieterinitiative Elbtreppe